Erster Eintrag, eine Aufgabe für mich

Liebes Tagebuch,

als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich mich wie so oft gefragt: Was meine Aufgabe in meinen Leben ist, weshalb bin ich am Leben, warum wurde ich geboren, gibt es überhaupt ein Grund warum ich geboren wurde?. Darum habe ich entschieden ab heute einen Einblick zu geben in mein Leben, Emotionen kann ich nicht gut beschreiben eigentlich gar nicht, manchmal wird es monoton lesen aber das ist okay, jeder darf seine freie Meinung haben l, wenn Leute glauben ich reagiere über oder ich hätte keinen Grund traurig zu sein, dann ist das vollkommen okay.

In meinen ersten Eintrag möchte ich einen groben Einblick geben, viel Situationen werde ich in den nächsten Beiträgen nochmals genauer beschreiben und auch Dinge die ich hier nicht erwähnt habe. Es klingt alles so unwahrscheinlich, fast schon gelogen.. Aber ich könnte das Mädchen aus deiner Nachbarschaft sein, dass jeden Tag an dir vorbei geht und sich nichts anmerken lassen will, weil sie niemanden belästigen möchte.

Ich bin einundzwanzig Jahre jung und  ich bin mit dem Leben überfordert oder das Leben ist mit mir überfordert.

In meiner Kindheit wurde ich schon im Kindergarten von den anderen Kindern abgewiesen, wenn niemand mit dir spielen oder reden möchte, wie willst du dich entwickeln wer bringt dir soziales Verhalten bei? Oder braucht es niemanden der dir zeigt wie man Freundschaften schließt? Ein naives kindliche Denken hätte ich schon immer. Eines Tages als ich fünf Jahre war, spielte ich mit meinen Bruder draußen alleine auf dem Spielplatz hinter dem Plattenbau indem wir lebten, es wurde langsam dunkel, eine angenehme Brise wehte mir durch die Haare. Es war alles gut für mich, mein Bruder spielte inzwischen mit seinen Freunden, zudem Zeitpunkt ist er gerade sieben Jahre alt geworden. Nach einer Zeit als es schon dunkel geworden ist kam mein Bruder zu mir und wollte nach Hause, allerdings wollte ich noch nicht gehen. Er ließ mich dort sitzen und ging alleine, mein Bruder hatte wahrscheinlich keine Lust mit mir zu diskutieren oder es war ihm egal. Nach einer kurzen Zeit kam ein fremder Mann zu mir und fragte mich ob Pferde mag. Ich bejahte dies und freute mich das jemand mit mir reden wollte, allerdings zählte ich einen großen Preis für dieses kleine falsche Gespräch. Ich ging mit ihm mit aber ich erinnere mich nur noch an Bruchteile, die sehr verschwommen sind. Angst ist eine gute und zugleich schlechte Emotion die Menschen besitzen,aber egal wie gut du eine Erinnerung verdrängt hast der Schmerz und die unbehaglichen Gefühle bleiben. Meine bewussten Erinnerungen fangen erst dort an, als ich meine Augen wieder aufmache und zwei Männer in Uniform sehe, Polizisten, die mich mit einem Traurigen Blick anschauten und wissen wollten wie der Mann aussah mit dem ich mitgegangen bin, danach weiß ich wieder nichts mehr, es ist traurig, danach würde nie wieder in unserer Familie darüber gesprochen. Aus reiner Interesse würde ich wissen wollen ob was geschehen ist mit mir als ich mit ihm mitgegangen bin auch wenn es ein Weltuntergang sein sollte. Meine Güte Freundin meinte ich hab mir das alles nur eingebildet, möglich wäre es, vielleicht wäre es auch besser für mich, aber am Ende täuscht dich dein Unterbewusstsein, ganz besonders deine Seele nicht.

Zur selben Zeit war die Schuleinführung meines Bruders, Christian. Ich kann mich an jede Detail erinnern es beschreiben als ob es gestern gewesen wäre. Ein Jahr später war ich dran, in der Zwischenzeit bin ich ganz schön mobbelig geworden, trotzdem hatte ich ein schönes Kleid l, süße Zöpfe und einen coolen Diddl Schulranzen, mir ging es gut. Ich freute mich auf die Schule, jedes Kind denkt sich das wird meine Zeit, eine spaßige aber auch anstrengende Zeit. Ich habe keine Freunde gefunden im Hort spielte ich wieder alleine,wenn sich die Möglichkeit ergeben hat habe ich versucht Kontakte zu knüpfen auf meine ganz eigene Art und Weise, leider nicht so erfolgreich. In der zweiten Klasse fand ich meine gute Freundin Sarah,wir begleiten uns jetzt schon seit 15 Jahren gegenseitig mal mehr, mal weniger präsenter im Leben des anderen. Eine gute Sache passiert, eine negative Sache folgt. In der Klasse meines Bruders gab es vier Jungs die mich mobbten und mich ab und zu verprügelt haben, als ich mich meiner Mutter anvertraut habe, sagte sie das sei normal unter Kindern und ich soll mich nicht so haben. Zwei Jahre hat diese Tortur angehalten, dann machten sie ihren Abschluss und gingen auf die weiterfolgende Schule.Christian ging natürlich auch von der Grundschule ab, in den zwei Jahren distanzierten wir uns immer mehr. Ich hätte mir gewünscht das er mir hilft, wenigstens einmal das hätte gereicht, wenigstens zu zeigen das man helfen will kann Berge versetzen. Meine letzten beiden Jahren der Grundschule vergingen und ich war nicht in der Lage mich in die Gesellschaft einzubringen.

Nach den Sommerferien, als die neue Schule begonnen hat, war ich aufgeregt ich wollte mich von der besten Seite zeigen so das mich jeder mag. Meine neue Klasse war super ich hab zum ersten Mal in meinem Leben Anschluss gefunden, nicht mit allen aber mit einigen. Sarah war in der parallel Klasse unser Kontakt hat nicht mehr angehalten. Ich wollte zu den coolen gehören, habe viel Blödsinn gemacht, war aber trotzdem stets freundlich und hilfsbereit meine Lehrer mochten mich, außer mein Sportlehrer der war gemein zu mir, ich konnte seine Erwartungen nicht erfüllen, in der Zwischenzeit bin ich richtig dick geworden, meine Mutter und meinen Stiefvater schien das nicht wirklich zu interessieren. Es gab jedenfalls keine Maßnahmen von ihrer Seite aus, ich war als einzigste Dick in der Familie.

So vergingen die Jahre ruhig und ganz durchschnittlich, ich war eine gute bis sehr gute Schülerin, bekam aber zuhause keine anerkennung oder ein Lob, egal was ich tat nie gab es eine Umarmung oder nette Worte, die Fehler wurden immer aufgezeigt, schon immer.

In der siebten Klasse habe ich angefangen nur noch mit den ganz „coolen“ Rebellen abzuhängen, ich schwänzte die Schule, kassierte einen Verweis nach dem anderen, fing an zu rauchen und zu trinken, musste regelmäßig zur Schulsozialarbeiterin. Im großen und ganzen lebte ich so wie ich wollte, dachte ich hätte viele Freunde und ließ die Tage einfach so vorbei ziehen. Meine Mutter war am verzweifeln, schrie mich regelmäßig an, einmal schlug sie mich mit der flachen Hand, ich verstand nicht warum und schrie sie zurück an nach einem heftigen Streit sagte ich dann zu ihr „Warum hast du mich dann überhaupt geboren, wenn ich dich nerve?“. Im Nachhinein wünsche ich mir diese Frage niemals gestellt zu haben, denn ihre Antwort war verletzender als jede Wunde die es gibt. Sie erwiderte daraufhin:“Du warst nur ein Versehen und hätte ich das gewusst l, hätte ich abgetrieben. Bei deiner Geburt gab es zwar Komplikationen aber das du so blöd wirst,hätte niemand ahnen können.“ (Ich habe meiner Geburt sehr viel Fruchtwasser geschluckt und lag Tagelang auf der intensiv.) Meine Rebellenkarierre ging bis zur neunten Klasse weiter ab dem zweiten Halbjahr habe ich mich wieder zurück gezogen, meine Freunde mussten die Schule wechseln zum Bvj, ich nicht ich hatte ja trotzdem gute Noten, zum Glück musste ich dafür auch nichts machen ei meinen Lehren war ich verständlicherweise unten durch, ich bekam schlechtere Noten als andere, durfte nicht mehr mit auf Klassenfahrten und sie hatten keine guten Worte für mich über. Zwischendurch wurde mein Gewicht immer mehr, Mobbing war mein ständiger Begleiter aber ich reagierte nicht ich zeigte allen das ich ein Schwächen Charakter hatte und mich nicht verteidigte.

Im zweiten Halbjahr der zehnten Klasse, mit 15 Jahren, musste ich mich entscheiden wie meine Zukunft aussehen sollte, jedenfalls in beruflicher Sicht. Ich fühlte mich so als ob ich Jahrelang geschlafen hätte und nichts erlebt oder gemacht habe. Ich hatte keine Perspektive am liebsten wollte ich nichts machen, damit ich keinen Personen mehr begegnen musste.Dies ließ meine Mutter nicht zu ich sollte gefälligst Geld verdienen.

Ich entschied mich ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen in einem Pflegeheim. Später nachdem Jahr machte ich meine Ausbildung dort zur Pflegefachkraft. Ich schloß die Ausbildung als Klassenbeste mit einem Durchschnitt von 1,8 ab.

Doch wieder egal was ich mache positive Dinge, wird keine Beachtung geschenkt. Meine Mutter hatte seit dem Freiwilligenjahr meine Ec-Karte, mein ganzes Geld selbst in der Ausbildung, wenn ich Geld wollte musste ich fragen und selbst da bekam ich nur Geld wenn es für was sinnvolles wäre. Ich habe immer gedacht sie ist ja meine Mutter, sie spart für mich für später oder für meinen Führerschein. Irgendwo muss sie ja gut sein zu mir, ich wartete immer auf die Überraschung die ich so wollte und wenn es nur ein neuer Fernseher war und nicht der gebraucht von meinem Bruder wie sonst immer. Ich bin sehr geduldig. Doch Jugendliche wollen sich ausleben bzw. Etwas erleben und dies geht heutzutage kaum noch ohne Geld. Die Diskussionen und Konflikte zuhause wurden immer mehr und heftiger, trotzdessen hatte ich nie den Mut zu gehen, ich dachte immernoch sie ist meine Mutter sie will mir nur Gutes, bald wendet sich das Blatt. Zwischenzeitlich vertraute ich mich meinen Arbeitskollegen an, diese waren schockiert und konnten das alles nicht verstehen, gaben mir den Rat aus zuziehen und mein eigenes Leben zu beginnen. Ich hatte Angst zu versagen und nicht klar zu kommen und immerwieder dachte ich sie ist meine Mutter ich brauche sie doch und sie braucht auch mich.

In der Zwischenzeit bekam ich die Hautkrankheit Akne inversa, chronisch und für immer da,eine sehr fiese Erkrankung. Ich hatte noch nie eine Beziehung, mittlerweile nur noch 2 Freunde und eine Scheinfamilie.

Ich hatte keinen Mut mich von meiner Familie zu lösen, ich war hilflos wollte nicht alleine dastehen, lieber schlechten Kontakt mit Menschen als niemanden zum reden.

So zog sich das noch ein Jahr hin, dann bekam meine Mutter die Idee in ein Haus umzuziehen, ich wollte nicht mit, also musste ich mit eine Wohnung suchen, alles was ich tun musste, habe ich selbstständig erledigt, meine Mutter war eingeschnappt das ich nicht weg wollte. Also sind sie alle ohne mich 70km weit weg gezogen. Ich war froh, all meine Probleme, die Nächte in den ich nur geweint habe, in denen ich mich gefragt habe :Warum ich? Warum passiert mir das alles, was habe ich getan, damit das verdient habe? Schienen davon zu gehen, jedenfalls einige, die Haut Erkrankung würde allerdings nicht besser, bei mir persönlich richtet es sich nach der Psyche, ich war erleichtert aber nicht glücklich in meinen inneren wünschte ich mir einen Prinzen der mich rettet wusste aber auch das sowas nie passieren wird.

Das ich jetzt alleine lebte hieß aber automatisch auch das ich mein Geld nur für mich habe, meine Mutter gab mir meine Ec-Karte und ich dachte mir gleich bekomme ich meine Überraschung. Ich fragte mich ob es Geld war oder ein Auto, Führerschein aber es war nichts.

Ein paar Tage später, ging  zu meiner Sparkasse und schaute mir alles genau an, entdeckte das meine Mutter sich ein Tag vorher 2000€ auf ihr Konto überwiesen hat. Ich besorgte mir alle Kontoauszüge von all den Jahren. Ich weiß nun das ich meinen Bruder den Führerschein finanziert habe, das neue Sofa für meine Mutter gekauft habe und ganz viele andere nette kleine Dinge gesponsert habe. So betrogen und im Stich gelassen habe ich mich noch nie gefühlt. All die Jahre für nichts, naive Dummheit, großes Leid für mich. Ich sprach meine Mutter daraufhin an und sie erwiderte nur :“Du hast mich als Kind auch viel gekostet, es ist ein Geben und ein Nehmen“

Jetzt wohne ich bald ein halbes Jahr alleine, komme mehr mal weniger gut über die Runden. Ich habe 45 kg abgenommen mit Sport und Ernährungsumstellung, meine Hauterkrankung kommt nur noch in Schüben und richtet sich nach meiner Psyche oft trotzdem wochenlang da, weil ich nicht mehr rauskomme. Gehe arbeiten, komme nachhause gucke Netflix ab und zu treffe ich mich mit Sarah und meiner anderen guten Freundin Eileen, mehr Personen gibt es nicht in meinem Leben. Meine Kollegen sind sowas wie eine kleine Ersatz Familie, trotzdem darf ich nicht zu veil erzählen sonst bin ich im ganzen Pflegeheim das Gesprächsthema. Nächsten monat werde ich versetzt, zwar im selben Haus, nur auf einen anderen Wohnbereich trotzdem bricht wieder eine Welt für mich zusammen.

Ich frage mich was für eine Prüfung das Leben darstellen soll oder ich habe zu viele Sünden begangen. All das ist mein Gefängnis aus dem ich einfach nicht rauskomme. Ich würde nie einen Suizid begehen, dazu habe ich nicht den Mut. Aber wenn es passiert, sich durch einen dummen Zufall die Chance ergibt, dann soll es so sein, ich werde sie annehmen und fliehen aus dieser harten, kalten Realität.

Trotzdem will ich einfach nicht aufhören zu hoffen, daß irgendwann etwas Gutes passiert, so gut das ich endlich begreife was bedeutet glücklich zu sein.